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Lederpflege

  • Grundregeln der Lederpflege:
    Achten Sie auf ausreichende Luftfeuchtigkeit, ausgetrocknete Leder neigen zu Wasserflecken.
    Jede Pflegemittelart an einer “unsichtbaren” Stelle (z.B. Innenseite, Taschendeckel, Riemen usw.) ausprobieren. Auf keinen Fall harte Lösungsmittel wie Aceton, Fleckenwasser, Waschbenzin usw. verwenden. Unbedingt Lederpflegeprodukte verwenden.
    Ist die Tasche naß geworden, mit saugfähigem Papier ausstopfen und bei normaler Zimmertemperatur und guter Belüftung trocknen lassen.
    Leder niemals intensiver Hitze aussetzen. Lederartikel in Stoffbeutel und nicht in Plastiktüten aufbewahren.
     
  • Vorbeugende Lederpflege:
    Eine gute Lederimprägnierung bietet Schutz vor Nässe, Wasserflecken und Schmutz.
    Grobe Verschmutzungen lassen sich aus imprägniertem Leder leichter entfernen.
    Die Anweisungen auf den Pflegemitteln beachten.
     
  • Tipps gegen Wasserflecken:
    Wassertopfen mit der flachen Hand vom Leder abwischen.
    Leder mit feuchtem Schwamm sanft abreiben. Das Leder wird dadurch etwas dunkler, aber die Wasserflecken sind entfernt.

Lederherstellung

  • Entsalzen:
    Die in der Gerberei ankommenden konservierten Rohhäute, werden in der Wasserwerkstatt entsalzt.
    Da die Häute bis zum Transport in die Gerberei bis zu drei Jahre zwischengelagert werden, wird Salz zur Konservierung verwendet. Das Salz muss gründlich entfernt werden bevor die Häute zum Weichen gelangen.
     
  • Weichen:
    Hier werden die Rohhäute weitgehend von Blut und Schmutz befreit. Je nach Art der Haut kann das Weichen 8 Stunden oder 2-4 Tage dauern. Dem Weichwasser werden für gewöhnlich Zusätze beigemischt, um Bakterien zu vermindern und die Weichheit der Haut zu erhöhen.
     
  • Äscherung:
    Durch die Äscherung wird die obere Schicht der Haut aufgelockert und die Haare werden entfernt. Dabei muß sehr darauf geachtet werden, wofür das spätere Leder verwendet wird. Denn je weicher und Zugfester das Leder, desto mehr Zusätze zur Äscherung werden benötigt. Etwa 2-5 Tage dauert dieser Prozeß.
     
  • Spalten und Crouponieren:
    Durch das Spalten fallen verschiedene Hautteile an, die später verschiedenen Verwendungszwecken zugeführt werden. Das Spalten wird in der Regel vor, aber auch nach der Gerbung durchgeführt. Beim Crouponieren (Croupon franz.: Rücken) wird der Rücken heraus geschnitten. Er erhält meist eine bessere Gerbung.
     
  • Gerbung:
    Um lange Gerbzeiten zu verkürzen, bringt man die Häute in ein sich drehendes (rotierendes) Gerbfass. In den Innenwänden dieser Fässer sind Schaufeln oder Zapfen angebracht, mit denen das Leder automatisch gewendet wird. Die Gerbung kann durch natürliche oder durch chemische Stoffe erfolgen. Dadurch entstehen verschiedene Lederarten, die in der Schuh- oder Lederwarenindustrie Verwendung finden.
     
  • Färbung:
    Das nach der Gerbung entstandene Leder kam mit verschiedenen Techniken eingefärbt werden. Hier die wichtigsten Verfahren:
    Anilinfärbung: Dabei wird das Leder im Faß durchgefärbt. Diese Farben gelten als sehr klare und starke Farben. Anilingefärbte Leder präsentieren die Schönheit der naturgewachsenen Haut unverfälscht und deutlich. Es enstehen bei Kratzern keine hellen Stellen.
    Pigmentfärbung: Verwendet werden dazu Lederhäute mit extremen Narbenbildern. Zuerst wird das Leder anilingefärbt und danach sehr fein mit Pigmentfarben besprüht. Die Narben werden dadurch etwas egalisiert aber nicht kompakt abdeckt. Das natürliche Porenbild wird sehr dezent erhalten.
    Spritzfärbung: Mit einer Spritzanlage wird spezielle Pigmentfarbe einseitig aufgesprüht. Damit erreicht man eine glatte Lederoberfläche ohne Narben- und Porenbild. Alle Unregelmäßigkeiten im Leder werden durch dieses Verfahren farblich egalisiert.